Josefs-Gesellschaft gGmbH

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    Eine Gruppe lachender Kinder
    18.08.16 13:22 Alter: 1 year
    Kategorie: JG Pressemitteilungen, Top News
    18.08.16

    Das Steuer selbst in die Hand nehmen

    Menschen mit Behinderung aus dem Heinrich-Haus Neuwied haben ein Flussschiff zum barrierefreien Ausflugsschiff umgebaut. Auch Rollstuhlfahrer gelangen jetzt problemlos an Deck – und können das Boot sogar eigenhändig lenken.


    Hajri Arifi am Steuer des barrierefreien Ausflugsschiffs "Pollux".

    Hajri Arifi am Steuer der "Pollux".

    Hajri Arifi, Bewohnerin des Heinrich-Hauses in Neuwied, ist aufgeregt und glücklich zugleich. Die 23-Jährige Rollstuhlfahrerin sitzt am Steuerrad der „Pollux", eines kleinen Ausflugsschiffs, und schaut von dort aus konzentriert auf den Rhein hinaus. Für sie ist diese Fahrt ein ganz besonderes Erlebnis. Hajri Arifi war zwar schon einige Male mit Schiffen unterwegs. „Aber auf keinem konnte man mit dem Rollstuhl bis ganz nach vorne ans Steuerrad fahren“, erklärt sie mit leuchtenden Augen. 


    Das Steuer selbst in die Hand zu nehmen macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch das Selbstwertgefühl. „Wer schon mal selbst ein richtiges Schiff gelenkt hat, der hat den meisten anderen Menschen etwas voraus und traut sich anschließend auch im täglichen Leben mehr zu“, weiß Josef Jungbluth. Er ist Freizeitpädagoge im Heinrich-Haus, einer Einrichtung der Josefs-Gesellschaft. Regelmäßig organisiert und begleitet er Tagestouren über den Rhein, zum Beispiel von Neuwied nach Lahnstein oder sogar bis nach Obernhof an der Lahn. Die Teilnehmer sind Menschen mit Behinderung, die im Heinrich-Haus wohnen, lernen oder arbeiten. Viele von ihnen sitzen im Rollstuhl oder sind aufgrund einer anderen schweren Beeinträchtigung auf Hilfe angewiesen, auch in ihrer Freizeit. Denn jeder Ausflug und jedes Hobby ist mit großem Aufwand verbunden, erfordert oftmals die Unterstützung durch einen Assistenten und – in jedem Falle – eine barrierefreie Umgebung.


    Ursprünglich war die „Pollux“ ein renovierungsbedürftiges, ganz normales Flussschiff. Auszubildende des Berufsbildungswerks im Heinrich-Haus haben sie zusammen mit ihren Betreuern zum barrierefreien Ausflugsschiff umgebaut. So waren zum Beispiel die angehenden Tischler für den Innenausbau zuständig, die Auszubildenden für Farb- und Raumgestaltung für die Lackierung. Die Gardinen stammen von den Raumausstattern. „Schon der Umbau an sich war ein ganz besonderes Projekt, das alle Mitwirkenden sehr stolz gemacht hat“, berichtet Jungbluth. An dem ausgeklügelten Rampensystem, zu dem unter anderem eine mobile Außenrampe und eine fest eingebaute Klapprampe gehören, wirkten dann wieder die angehenden Tischler mit. Auch Rollstuhlfahrer gelangen jetzt problemlos an Deck und ins Innenschiff. Josef Jungbluth sorgt mit seinen Kollegen dafür, dass alles mit größter Sicherheit vor sich geht – und dass selbstverständlich alle Passagiere eine Schwimmweste tragen. 


    Der Lions Club Laacher See, die Kultur- und Sozialstiftung Provinzial Rheinland und der Josefs-Gesellschaft e.V. haben den Kauf und den Umbau der „Pollux“ finanziell unterstützt. Mehr als 1000 Menschen mit Behinderung waren bereits an Bord und werden ihren Ausflug mit der „Pollux“ wohl nie vergessen. Auch in ihrem Namen sagen wir von Herzen: Danke! 

     

    Der Josefs-Gesellschaft e.V. engagiert sich als Förderverein für die Menschen mit Behinderung in den bundesweit 17 Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft. Weitere Informationen und die Möglichkeit, auch online zu spenden, finden Sie hier.

     

    Presse-Kontakt:


    Nina Louis
    Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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    presse(at)josefs-gesellschaft.de 

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