Josefs-Gesellschaft gGmbH

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    Ein Stapel Zeitungen
    02.02.12 10:15 Alter: 6 yrs
    Kategorie: Top News, JG Pressemitteilungen
    02.02.12

    „Mit Mut, Kraft und Motivation“

    Die Josefs-Gesellschaft hat den Heinrich-Sommer-Preis an drei Auszubildende ihrer Berufsbildungswerke verliehen.


    Untern dem blauen Himmel von Köln freuten sich (v.l.n.r.) Christian Gesterkamp, Dr. Theodor-Michael Lucas (Geschäftsführer der Josefs-Gesellschaft), Stephanie Unverzagt und Anne Rommeis.

    Unter dem blauen Himmel von Köln freuten sich (v.l.n.r.) Christian Gesterkamp, Dr. Theodor-Michael Lucas (Geschäftsführer der Josefs-Gesellschaft), Stephanie Unverzagt und Anne Rommeis.

    Strahlende Gesichter und auch die eine oder andere Freudenträne gab es am Dienstag in der Kölner Zentrale der Josefs-Gesellschaft (JG): Drei junge Menschen mit Behinderung erhielten den Heinrich-Sommer-Preis, der mit 500 Euro und einer Urkunde dotiert ist, die den Preisträgern herausragende Leistungen bescheinigt. Die Josefs-Gesellschaft, katholischer Träger von Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, verleiht diesen Preis jährlich an drei Auszubildende ihrer Berufsbildungswerke (BBW). Dazu gehören das BBW des Benediktushofes in Maria Veen, das des Josefsheims im sauerländischen Bigge und das des Heinrich-Hauses in Neuwied. Hier erhalten junge Menschen mit Behinderungen eine berufliche Erstausbildung, die auf ihre speziellen Bedarfe und die Bewältigung ihrer besonderen Probleme zugeschnitten ist. Gemeinsam mit ihren Angehörigen, Ausbildern und Ausbildungsleitern waren die drei Preisträger des Jahres 2011 in die Kölner Zentrale zu einem Festakt geladen worden.


    Im Berufsleben Fuß zu fassen ist für viele Menschen nicht einfach – erst recht nicht, wenn sie aufgrund einer Behinderung mit besonderen Herausforderungen und oft auch Vorurteilen zu kämpfen haben. „Sie haben sich dafür entschieden, diesen Herausforderungen mit Mut, Kraft und Motivation zu begegnen und sich nicht unterkriegen zu lassen“, so JG-Geschäftsführer Dr. Theodor-Michael Lucas. „Mit dem Heinrich-Sommer-Preis möchten wir Ihnen unsere besondere Anerkennung ausdrücken für das, was Sie geleistet haben.“


    Damit seien nicht unbedingt Bestnoten auf dem Papier gemeint, sondern vor allem die persönliche, ganzheitliche Entwicklung, die sie während ihrer Ausbildung im Berufsbildungswerk vollzogen hätten. So wie Anne Rommeis, die Preisträgerin aus dem BBW im Josefsheim, Bigge. Seit März 2009 absolviert sie dort eine Ausbildung zur Fachwerkerin in der Landwirtschaft. Die 1,54 m große 21-Jährige mit den kurzen blonden Haaren behauptet sich nicht nur in der Gesellschaft ihrer 20 männlichen Kollegen, sondern hat auch bereits den Trecker-Führerschein in der Tasche – und eine mit der Note „gut“ bestandene Zwischenprüfung. Zurzeit steht Anne Rommeis im Familienbetrieb Wiese/Nissel GbR, einem Kooperationsbetrieb des Josefsheims, ihren „Mann“ und kümmert sich dort um Kälber und Milchkühe. Schwere Arbeiten erledigt sie mit dem „Schlepper“, und auch am Leben in der Dorfgemeinschaft nimmt sie mit ihrer Ausbildungsfamilie gerne und aktiv teil. „Aus dem jungen Mädchen, das 2009 ins BBW nach Bigge kam, ist eine starke, selbstbewusste Frau geworden, die sich erfolgreich in einer echten Männerdomäne durchsetzen kann“, lobte Lucas.


    Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen und Konsequenz hat auch Stephanie Unverzagt, ehemalige Auszubildende des BBW im Heinrich-Haus, Neuwied, bewiesen: Direkt im Anschluss an ihre mit „gut“ bestandene Abschlussprüfung zur Verwaltungsfachangestellten konnte sie im September 2011 eine unbefristete Stelle beim Statistischen Landesamt in Bad Ems antreten. Diese Erfolge seien nicht vom Himmel gefallen, betonte Lucas. Durch ihre Schwerhörigkeit war Stephanie Unverzagt insbesondere in Gruppensituationen stark beeinträchtigt. Dennoch engagierte sich die 27-Jährige auch außerhalb ihrer Ausbildung für diverse Projekte des BBW und stand ihren Mitauszubildenden hilfsbereit zur Verfügung, wenn es um das Erklären von Ausbildungsinhalten ging – und das, obwohl sie erst kurz nach ihrer Abschlussprüfung, nach langen Auseinandersetzungen mit der Krankenkasse, ein adäquates Hörgerät erhielt. „Der Heinrich-Sommer-Preis ist für mich die letzte Bestätigung, dass ich vieles richtig gemacht habe“, freute sich Stephanie Unverzagt. „Er zeigt mir, dass Leistung, wenn man sie erbringt, auch gesehen wird.“


    Auch für Christian Gesterkamp, der im Januar im BBW des Benediktushofes in Maria Veen seine Ausbildung zum Zweiradmechaniker abgeschlossen hat, bedeutet der Heinrich-Sommer-Preis Bestätigung und Ansporn zugleich. „Ich habe noch viele berufliche Pläne und weiß, dass es sich lohnt, wenn man seine Ziele verfolgt.“ Dem 24-Jährigen ist es gelungen, sein Hobby – alles, was mit Fahrrädern zu tun hat – zum Beruf zu machen. Nach vielen herben Rückschlägen auf seinem Weg ins Berufsleben hat Christian Gesterkamp jetzt einen unterschriebenen Arbeitsvertrag in der Tasche: als Zweiradmechaniker in einem Fahrradgeschäft in einem Nachbarort von Maria Veen. „Ich beherrsche das Chaos“, lautet sein Motto, und JG-Geschäftsführer Lucas bestätigte: „Ja, das haben Sie allen gezeigt!“


    Kontakt:
    Josefs-Gesellschaft                       
    Nina Louis
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Zentrale)
    Custodisstr. 19-21
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