Eine Gruppe lachender Kinder
22.06.15 21:33 Alter: 3 yrs
Kategorie: JG Pressemitteilungen, Top News
22.06.15

Bundespräsident informiert sich über „Kompetent mobil“

Bundespräsident Joachim Gauck lernte auf dem Deutschen Fürsorgetag ein Projekt kennen, an dem zwei Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft beteiligt sind.


Bundespräsident Joachim Gauck (4. von links) am Stand der BGW, zusammen mit (von links): Johannes Fuchs (Präsident des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge), Barbara Klepsch (Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz des Freistaates Sachsen), Prof. Dr. Stephan Brandenburg (Hauptgeschäftsführer der BGW), Nicole Seifert, Susanne Stabel (beide BGW) sowie Burkhard Jung (Oberbürgermeister der Stadt Leipzig). (Foto: BGW/Oliver Eberhardt)

Bundespräsident Joachim Gauck (4. von links) am Stand der BGW, zusammen mit (von links): Johannes Fuchs (Präsident des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge), Barbara Klepsch (Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz des Freistaates Sachsen), Prof. Dr. Stephan Brandenburg (Hauptgeschäftsführer der BGW), Nicole Seifert, Susanne Stabel (beide BGW) sowie Burkhard Jung (Oberbürgermeister der Stadt Leipzig). (Foto: BGW/Oliver Eberhardt)

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich auf dem Deutschen Fürsorgetag in Leipzig am Stand der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) über die sichere Mobilität von Menschen mit Behinderungen informiert. Dabei lernte er auch das Projekt „Kompetent mobil“ kennen, an dem neben der BGW der Deutsche Rollstuhlsportverband und zwei Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft – das Josefsheim in Bigge und das Berufsförderungswerk Bad Wildbad – beteiligt sind. „Wir freuen uns sehr darüber, dass dieses Projekt auf so großes Interesse stößt“, so Manfred Schulte, Geschäftsführer der Josefs-Gesellschaft (JG-Gruppe). „Denn Mobilität ist für Menschen mit Behinderung, ihre Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben und damit auch für die Inklusion von großer Bedeutung."

„Kompetent mobil“ ist ein Trainingskonzept zur Förderung der Mobilitätskompetenz von Menschen mit Behinderungen und enthält im Kern modulare Lerneinheiten für Personen, die zu Fuß, mit dem Rollstuhl, mit anderen Hilfsmitteln oder mit Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn oder Auto unterwegs sind. Alle Module wurden in einem Handbuch zusammengestellt. Ein begleitendes Assessment-Instrument hilft, den individuellen Förderbedarf zu ermitteln. Zu finden ist das Material unter www.kompetent-mobil.de. Gefördert wurde das Projekt durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, wissenschaftlich begleitet vom Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS).

Mit dem Rollstuhl im Auto oder Kleinbus

Hinsichtlich der sicheren Beförderung setzen sich die Projektpartner von „Kompetent mobil“ unter anderem für das sichere Mitfahren von Rollstuhlnutzerinnen und -nutzern in Autos und Kleinbussen ein. Wenn möglich, sollten Rollstuhlfahrer dort auf einen Fahrzeugsitz umsteigen oder umgesetzt werden. Rollstühle, die während der Fahrt genutzt werden, müssen auf Crash-Sicherheit geprüft sein. Das ist bei individuell gefertigten oder angepassten Rollstühlen oft nicht möglich – ein Dilemma für Fahrgäste und Fahrdienste. Gegenwärtig arbeitet ein Runder Tisch, der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales eingerichtet wurde, an einer Lösung.

Auch das „Anschnallen" von Menschen, die im Rollstuhl sitzend befördert werden, bringt Herausforderungen mit sich. Sowohl der Fahrgast als auch der Rollstuhl müssen gesichert werden. Wichtig ist, dass dabei das Personenrückhaltesystem und das Rollstuhlrückhaltesystem zusammenwirken, ohne sich in ihrer Wirkung gegenseitig einzuschränken. „Kompetent mobil“ empfiehlt sogenannte Kraftknotensysteme mit vier von der Konstruktion her idealen Punkten am Rollstuhl oder an einem nachrüstbaren Adaptersystem, an denen die Kräfte des Personenrückhaltesystems in das Rollstuhlrückhaltesystem weitergeleitet werden. Darüber hinaus gewährleisten Kraftknotensysteme die korrekte Geometrie des Beckengurtes.

Weitere Informationen gibt es unter www.kompetent-mobil.de. Unter www.bgw-online.de/sichere-mobilitaet stellt die BGW darüber hinaus weitere Informationen zur sicheren Mobilität von Menschen mit Behinderungen bereit.