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05.07.12 15:23 Alter: 6 yrs
Kategorie: JG Pressemitteilungen, Top News
05.07.12

„Gemeinsam viel geschafft“ – Fortschritt inklusive

Das Haus Rheinfrieden und das Antoniushaus feierten im Juni ihr 100-jähriges Bestehen.


Public Viewing im Antoniushaus

Gute Stimmung bei den Feierlichkeiten - hier beim Public Viewing im Antoniushaus. Foto: Patrick Becker

Drei Jubiläen in einer Woche: Das Antoniushaus in Hochheim und das Haus Rheinfrieden in Rhöndorf, zwei Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft (JG), feierten zwischen dem 11. und 17. Juni 2012 ihr hundertjähriges Bestehen. Hinzu kam ein weiterer „Geburtstag“: 60 Jahre, die sich das Haus Rheinfrieden nun in der Trägerschaft der JG befindet. Das Antoniushaus bietet differenzierte Wohnmöglichkeiten für Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung sowie zwei Förderschulen. Das Haus Rheinfrieden besteht aus dem Nell-Breuning-Berufskolleg, einer Handelsschule und Höheren Handelsschule für Menschen mit Behinderung, sowie einem angegliederten Internat.


Beide Einrichtungen hatten zum Jubiläum ein vielseitiges und buntes Programm zu bieten. Das Antoniushaus verband seine Feierlichkeiten mit einem inklusiven  „Public Viewing“ des EM-Fußballspiels Niederlande gegen Deutschland – mit großem Erfolg. Nicht nur die Schüler und Bewohner waren begeistert, sondern auch 450 Besucher mit und ohne Behinderung. Einmal mehr zeigte das Antoniushaus, wie sehr es Teil der Stadt und des Landkreises ist. "Wir sind im Lauf eines Jahrhundert fester Bestandteil der Hochheimer Gesellschaft geworden", freute sich Geschäftsführer Markus Schmahl. Denn nicht nur zahlreiche nicht-behinderte Schülerinnen und Schüler besuchen die berufliche Schule, auch die Hochheimer kommen immer wieder gerne zu verschiedenen Anlässen in die unterschiedlichen Bereiche des Antoniushauses.


In ausgelassener Stimmung wurde der Sieg der deutschen Mannschaft gefeiert. Diese fröhliche Atmosphäre zog sich durch die gesamte Jubiläumswoche. Einer der Höhepunkte: die inklusive Welturaufführung des Antoniushaus-Songs. Schüler und Mitarbeiter hatten gemeinsam dieses fröhliche Lied komponiert und einstudiert, auch um ein Zeichen zu setzen, warum die Arbeit im Antoniushaus gerade in der heutigen Zeit so wichtig ist.


JG-Vorstandssprecher Dr. Theodor-Michael Lucas vermittelte in seiner Festrede einen Querschnitt durch die Geschichte der Behindertenhilfe – von den Anfängen der Hilfe zur Selbsthilfe bis zur Idee der Inklusion in der heutigen Zeit. „Gemeinsam haben wir in hundert Jahren viel geschafft“, freute er sich. Aus dem ursprünglichen Antoniushaus ist in einem Jahrhundert ein innovatives, inklusives soziales Dienstleistungsunternehmen geworden, das die Werte der Gründerzeit weiter aufrecht hält: individuelle und schulische Förderung und Bildung, damit alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Verantwortung für sich selbst übernehmen und ein selbstbestimmtes Leben führen können.

 

„Sich den Wandel zum Freund machen“


Im Haus Rheinfrieden begrüßte Einrichtungsleiter Matthias Menge die Festgemeinde und wünschte allen Gästen, vor allem aber den Schülerinnen und Schülern sowie den Mitarbeitenden, ein gutes Gelingen. Bernd Schäfer, Vorsitzender der Studienförderung Rheinfrieden e.V., hielt die Festrede und erinnerte an die genossenschaftlichen Anfänge des Hauses, das 1912 als Lehrererholungsheim am „rheinischen Nizza“ gebaut und von den Steyler Missionsschwestern hauswirtschaftlich geleitet wurde. Er erinnerte auch an die dunklen Zeiten der Enteignung durch die Nazis, an die Kriegsschäden und die Rückübertragung Anfang der 50er Jahre. Besonders aber ging er auf die seit 1952 bestehende Kooperation mit der Josefs-Gesellschaft ein, eine Kooperation, die nun seit sechs Jahrzehnten nicht nur gut funktioniert, sondern ein Fundament bildet für moderne Rehabilitationsarbeit.


Um diese zu stärken, überreichte er Einrichtungsleiter Menge einen Scheck über 5000 Euro für den Ausbau eines Bewohnerzimmers nach den technischen Möglichkeiten des "Ambient Assisted Living". Nach dem Grußwort des Verbandes für Bildung und Erziehung (VBE) durch Mathia Arent-Krüger würdigte JG-Vorstand Dr. Theodor Michael Lucas die Entwicklung der JG und vor allem von Haus Rheinfrieden, von den Idealen des Gründers Heinrich Sommer bis zur Empowerment-Idee und der Zielsetzung der gelebten Inklusion. Er mahnte an, sich „den Wandel zum Freund zu machen“ und diesen aktiv mitzugestalten. Schirmherr Norbert Killewald, Beauftragter des Landes NRW für die Belange von Menschen mit Behinderung, übermittelte die Grüße der Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und freute sich über die gleichberechtigte Teilhabe der jungen Hausbewohner am Leben im Haus Rheinfrieden. Er wünschte dem Haus und dem Nell-Breuning-Berufskolleg  aus Anlass des Doppeljubiläums eine gute und erfolgreiche Zukunft. Schließlich überraschte das Prinzenpaar des Siebengebirges, Stefan und Andrea I. der Session 2012, die JG-Einrichtung am Fuße des Drachenfelses. Sie spendeten den Erlös über 1225 Euro aus dem Verkauf ihrer Karneval-CD komplett dem Haus Rheinfrieden.


Sportlicher Höhepunkt war das Spiel der Traditionsmannschaft 1.FC Köln gegen eine Auswahl der Schüler. Fast 500 Zuschauer verfolgten das Match und rieben sich die Augen, wie das Team Rheinfrieden den Geißböcken um Weltmeister Wolfgang Overath, Stefan Engels, Carsten Cullmann und Holger Gaißmayr Paroli bot. Chance um Chance spielte sich die Elf von Trainer Christoph Sakierski und Coach Richard Esser heraus, konnten aber gegen spielerisch überlegene Kölner zum guten Schluss nichts ausrichten: 16:8 hieß es am Ende für die Rothemden. Overath selbst steuerte vier Treffer bei und sagte für das nächste Sommerfest wieder zu – dann sei er über 70!

 

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